Die heute auf Haiti, den Westindischen Inseln und in Südamerika verbreiteten Voodoo-Kulte stammen ursprünglich aus Afrika. Als eigentliches Urspungsgebiet gelten die Bereiche der früheren Sklavenküste und insbesondere Benin.
Die seit dem 17. Jahrhundert nach Amerika gebrachten Sklaven behielten ihre Religion bei und vermischten sie mit katholischen Elementen. Diese Mischformen wanderten teilweise unter der Bezeichnung "Voodoo" zurück nach Afrika und bildeten dort neben der seit alters her bestehenden Richtung "Juju" heute eine zweite religiöse Strömung, ohne das die Unterschiede aber allzu groß wären.
Der Name Voodoo wird im allgemeinen von einem Wort aus der Fon-Sprache abgeleitet, das Geist bedeutet. Voodoo kennt sowohl einen obersten Gott als auch zahlreiche Geister, die Loa.
Durch bestimmte Zeremonien, die in der Regel mit Musik und Tanz verbunden sind, versetzen sich die Gläubigen in Trance. Das ermöglicht den Geistern, von ihnen Besitz zu ergreifen und sich durch sie zu zeigen. So läßt sich nach dem Verständnis des Voodoo Verständigung zwischen der Welt der Geister und der Welt der Menschen herstellen. Vielfach spielen bei den Voodoo-Zeremonien auch Alkoholgenuß und Tieropfer eine große Rolle.
Oft werden bestimmte katholische Kirchen und Heilige mit Voodoo-Geistern identifiziert, so daß Katholizismus und Voodoo bisweilen eine enge Verbindung eingegangen sind.
Stern
21.11.2001
Wolfburgs Stürmer Jonathan Akpoborie hat Berichte über eine angebliche Verwicklung seines Fährschiffes "Etireno" in einen mutmaßlichen Fall von Kindersklavenhandel in Westafrika energisch dementiert. Auf seiner Homepage erklärte er: "Ich dachte, ich traue meinen Augen nicht, als in dem Bericht des Nachrichtenstenders CNN über Sklavenhandel der Name unseres Schiffes auftauchte." Der 32 jährige Nigerianer betont, daß es sich nur um ein Missverständnis handeln könne.
Nach Akpobories Angaben war die "Etireno" mit 140 Passagieren und Fracht aus Benin auf dem Weg nach Libreville (Gabun). Dort habe sich herausgestellt, "daß nur ein kleiner Teil der Passagiere die notwendigen Visa hatte. Die Behörden vor Ort verfügten, daß die Passagiere ohne Papiere zurück in ihr Land müssten".
Aus Zeitgründen zurück nach Benin
Dann habe eine "Odyssee" begonnen. Das Schiff wollte in Kamerun Treibstoff aufnehmen und die Ladung auf ein anderes Schiff umladen, habe aber auch dazu keine Genehmigung bekommen. Schließlich habe sein Bruder Anthony aus Zeitgründen entschieden, die "Etireno" wieder nach Benin zurückkehren zu lassen. Auch nach der Rückkehr des Schiffes habe man nichts gefunden, "was mit Sklavenhandel zu tun hat".
"Falschmeldung" durch Radiosender?
Urheber des falschen Berichts sei ein französischer Radiosender. "Bei einer Nachrecherche stellte sich heraus, daß unsere Firma nichts mit der Angelegenheit zu tun hat. Es hat durch den Radiosender zwei Tage später sogar eine Gegendarstellung gegeben", teilte Akpoborie mit. Dies sei aber von anderen Medien nicht aufgegriffen worden. Er habe die Angelegenheit daher seinen Anwälten übergeben.
40 Kinder ohne Angehörige
Am vergangenen Dienstag war die "Etireno" nach dem Einlaufen im Hafen von Cotonou festgehalten worden, nachdem sie zunächst verdächtigt wurde, rund 200 für den Sklavenhandel bestimmte Kinder aus Benin, Togo und Mali an Bord zu haben. Tatsächlich befanden sich jedoch lediglich 43 Kinder auf dem Schiff. 40 von ihnen konnten allerdings durch keine Angehörigen identifiziert werden.
Sie wurden von den Hilfsorganisationen "Terre des Hommes" und "SOS Kinderdorf" aufgenommen und befragt. "Es gibt recht klare Hinweise darauf, daß diese Kinder dem Menschenhandel zum Opfer gefallen sind", sagte der "Terre des Hommes" Regionalbeauftragte Alfonso Gonzalez-Jägli in Cotonou.
Akpoborie: Wolfsburg ist vorsichtig
Die Zukunft des Stürmers Jonathan Akpoborie beim VfL Wolfsburg ist völlig ungewiss. Akpoborie ist vom Verein freigestellt, um in Benin zu klären, welche Rolle sein Schiff "Etireno" im Kindersklavenhandel vor der afrikanischen Küste spielt. "Nach meiner persönlichen Meinung kann er nur wieder für uns auflaufen, wenn klar ist, daß sein Schiff nie für illegalen Kinderhandel benutzt wurde", sagte VfL-Vorstandsmitglied Bernd Sudholt der Wolfsburger Allgemeinen Zeitung. Genau das aber sehen "terre des hommes" und UNICEF als erwiesen an.
Weitere Nachforschungen
Sudholt betonte, daß seine persönliche Meinung nicht mit den VfL-Gremien abgestimmt sei. Das VfL-Vorstandsmitglied ist zugleich aber stellvertretender Vorsitzender des VW-Gesamtbetriebsrats. Innerhalb des Unternehmens, das Hauptsponsor und ab Juli Mehrheitsgesellschafter ist, gibt es noch keine einheitliche Meinung. "Wir müssen erst sehen, was die weiteren Nachforschungen ergeben und Herr Akpoborie zur Aufklärung beiträgt", sagte VW-Sprecher Kurt Rippholz am Freitag.
Akpoborie ist seit Mittwoch mit seinem Bruder Anthony in Benin. Das ließ er auf seiner Internet-Seite mitteilen. In Cotonou, wo das Schiff liegt, wollen die Akpoborie Brüder zusammen mit einem örtlichen Rechtsanwalt die schweren Vorwürfe im Zusammenhang mit Kindersklavenhandel entkräften. "Ich bin sehr zuversichtlich. Ich habe mit dem Innenministerium und der dortigen Polizeibehörde gesprochen. Ich hoffe nun, eine offizielle Bescheinigung zu bekommen, die belegt, daß mein Schiff nicht mit der Angelegenheit zu tun hat", ließ sich Akpoborie auf seiner Homepage zitieren.
43 Minderjährige verkauft
Nachforschungen des UN-Kinderhilfswerks UNICEF und der Regierung des westafrikanischen Staates Benin hatten den Verdacht bestätigt, daß das Schiff "Etireno" in den Handel von Kindern und Jugendlichen verwickelt war. Nach einem im UN-Hauptquartier in New York veröffentlichten Bericht waren 43 Minderjährige an Bord der "Etireno" von ihren Eltern verkauft worden.
Kinderhandel bekämpfen
"Uns geht es nicht um Herrn Akpoborie persönlich", so Wolf-Christian Ramm, Pressesprecher von terre des hommes Deutschland. "Als Kinderhilfswerk ist es unsere Aufgabe, den Kinderhandel zu bekämpfen, die Kinder zu schützen und dafür zu sorgen, daß diese Form des Missbrauches von Kindern gestoppt wird. Dazu gehört auch, daß Vorwürfe gegen Herrn Akpoborie, den Eigner des Schiffes, geprüft werden müssen".
Kinderhandel: Akpoborie suspendiert
Bundesliga-Profi Jonathan Akpoborie ist nach schwerwiegenden Vorwürfen der Hilfsorganisation "terre des hommes" im so genannten Kindersklavenskandal durch seinen Arbeitgeber VfL Wolfsburg suspendiert worden. "Es steht ein schlimmer Vorwurf im Raum, den wir nicht akzeptieren können. Jonny muss vor Ort die Angelegenheit klären und für sich eine Ehrenerklärung bringen, daß er mit diesen Dingen nichts zu tun hat", forderte VfL-Manager Peter Pander. Stürmer-Star Akpoborie, der als Schiffseigner in einen Kindersklavenhandel im Staat Benin verwickelt sein soll, ist zur Aufklärung der Affäre in seine Heimat Nigeria geflogen.
Vorwurf muss vom Tisch
Die Wolfsburger sind zwar von der Unschuld des Fußball-Profis überzeugt, doch Pander stellte klar: "Mit derartigen Anschuldigungen kann Akpoborie in Deutschland keinen Fußball spielen. Der Vorwurf muss vom Tisch." Der VfL Wolfsburg schloss den Torjäger zunächst vom Trainings- und Spielbetrieb aus. Der 32 jährige hat bisher eine Beteiligung in diesem Fall abgestritten und mehrfach beteuert: "Es muss sich um ein Missverständnis handeln oder um eine Intrige."
Zeit zur Aufklärung
Aufsichtsrat und Geschäftsführung des VfL Wolfsburg waren seit Tagen durch die Medien über den Fall unterrichtet. Mitarbeiter von "terre des hommes" haben nach Befragungen von 23 Kindern im Alter von drei bis 13 Jahren die Verdachtsmomente gegen Akpoborie bestätigt. "Wegen der hohen Glaubwürdigkeit von "terre des hommes" sehen sich Aufsichtsrat und Geschäftsführung gezwungen, die Klärung der Angelegenheit dadurch zu unterstützen, daß der Spieler Jonathan Akpoborie von seinen Vertragspflichten bis auf weiteres entbunden wird und so seine Zeit der Aufklärung der Vorwürfe zur Verfügung stellen kann", heißt es in einer Presseerklärung des Bundesliga- Clubs.
Handel im Sinne des Sponsors
Die Freistellung des Spielers geschah auch aus Rücksicht auf den Hauptsponsor. Das bestätigte in der Tageszeitung "Die Welt" Bernd Sudholt, stellvertretender Gesamtbetriebsrats-Vorsitzender des Wolfsburger Automobil-Herstellers. "VW arbeitet mit terre des hommes zusammen. Wir haben ein Projekt für Straßenkinder in Südafrika und Mexiko, für das die Belegschaft vier Millionen Mark gespendet hat. Auch die Mannschaft hat sich für soziale Zwecke eingesetzt. All das ist nicht zu vereinbaren mit so einem Fall in den eigenen Reihen", sagte Sudholt, der auch zum VfL-Vorstand gehört.
UNICEF bestätigt Vorwürfe
Auch die Nachforschungen des UN-Kinderhilfswerkes UNICEF und der Regierung des westafrikanischen Staates Benin haben bestätigt, dass das Schiff "Etireno" in den Handel von Kindern und Jugendlichen verwickelt war. Nach einem im UN-Hauptquartier in New York veröffentlichen Bericht sind 43 Minderjährige, die an Bord waren, von ihren Eltern verkauft worden. Stephan Stolze als Sprecher von "terre des hommes Deutschland" stellte am Dienstag allerdings klar: "Es gibt keine persönliche Schuldzuweisung an Akpoborie."
Hans-Joachim Zwingmann (dpa )
Akpoborie kann angeblich Unschuld beweisen
Fußball-Profi Jonathan Akpoborie glaubt mit offiziellen Dokumenten beweisen zu können, daß er und seine Firma nicht in den Kindersklavenhandel mit seinem Schiff "Etireno" verwickelt sind. "Ich habe Papiere vom beninischen und nigerianischen Außenministerium, die bescheinigen, daß unsere Schiffsfirma nicht in kriminelle Machenschaften verwickelt ist", sagte Akpoborie dem britischen Radiosender BBC.
Fortsetzung seiner Karriere?
Der Bundesliga-Spieler will noch in dieser Woche zurück nach Deutschland reisen und mit Offiziellen seines Vereins über die Fortsetzung seiner Karriere in der Fußball-Bundesliga reden. Sollte Volkswagen weiterhin auf die Suspendierung bestehen, hätte Akpoborie trotz der Vorwürfe keine Probleme, ins Ausland zu wechseln. Besiktas Istanbul hat bereits ernsthaftes Interesse für Akpoborie gezeigt.
Das Schiff "Etireno" ist nach Angaben des Kinderhilfswerks UNICEF und von "terre des hommes" in den Handel mit Kindersklaven aus Benin und Mali verwickelt. Nach einem vor zwei Wochen im UN-Hauptquartier in New York veröffentlichten Bericht waren 43 Kinder und Jugendliche an Bord der "Etireno" von ihren Eltern verkauft worden. Akpoborie hatte bestätigt, daß das Schiff zu seiner Firma "Titanic Investment Limited" gehört. Der VfL Wolfsburg hatte Akpoborie daraufhin auf Druck von Hauptsponsor Volkswagen vom Spiel- und Trainingsbetrieb freigestellt.
Nachforschungen vor Ort
Der 32-jährige nigerianische Nationalspieler war nach eigenen Angaben Ende der vergangenen Woche über Lagos in die beninische Stadt Cotonou gereist, um sich dort den Verhören von Polizei und anderen Behörden zu stellen. "Danach ist es für mich und andere ganz klar, daß die Anschuldigungen gegen mich ungerechtfertigt sind", sagte Akpoborie der BBC. Fahrkartenverkäufer hätten eindeutig ausgesagt, daß sich an Bord der "Etireno" keine Kinder befunden hätten, sondern lediglich einige Passagiere aus Mali im Alter zwischen 18 und 25 Jahren. Alle hätten gültige Pässe gehabt.
Vorwürfe gegen UNICEF
Akpoborie widersprach damit UNICEF und erhob zugleich schwere Vorwürfe gegen das Kinderhilfswerk. "UNICEF hat die Zahl der angeblichen Passagiere und Kinder an Bord in den letzten Wochen dauernd verändert", sagte der Fußball-Profi. Es ist wirklich unerhört, welche Schauergeschichten UNICEF unter die internationalen Medien gebracht hat."
UNICEF bleibt jedoch bei der Darstellung. Sprecherin Lyn Geldorf sagte, den offiziell vorliegenden Berichten zufolge waren an Bord des Schiffes 31 Kinder unter 18 Jahren. In fünf Fällen hätten die Kinder bestätigt, daß ihren Eltern Geld gezahlt worden sei. UNICEF hatte zunächst vermutet, dass sich rund 200 Kindersklaven an Bord befunden hätten. Stattdessen waren jedoch drei Babys, 23 Kinder zwischen fünf und 14 Jahren sowie 17 Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren an Bord. "Das haben unsere Mitarbeiter und die von UNICEF an Bord ermittelt", sagte am Montag Thomas Kurmann von "terre des hommes". Nach Angaben von "terre des hommes" befinden sich die 23 Kinder derzeit in einem Durchgangslager in Cotonou, die 17 Jugendlichen in einem SOS-Kinderdorf in Abomey, Benin.
Akpoborie: "Ja, Kinder waren an Bord"
Erstmals spricht Jonathan Akpoborie offen über den Kinderhandel in Afrika. Und weist jede persönliche Schuld von sich.
Herr Akpoborie, seit den Vorwürfen, auf Ihrem Schiff "Etireno" würden Kindersklaven transportiert, versprechen Sie Dokumente, die Sie entlasten. Haben Sie jetzt welche?
Ich gehe davon aus, daß tatsächlich Kinder auf dem Schiff waren und womöglich von Benin zum Arbeiten nach Gabun gebracht werden sollten. Allerdings waren es nie 250, wie es anfangs geheißen hatte. Laut Unicef und terre des hommes waren 23 Passagiere unter 15 Jahren ohne Eltern an Bord. Aber der Kapitän wusste nichts davon und ich schon gar nicht. Sollte sich das als wahr herausstellen, wurde das Schiff ohne unser Wissen für Kinderhandel missbraucht. Wenn meine Familie und meine Firma daran beteiligt gewesen wären, hätte ich aus Wut und Scham persönlich das Schiff angezündet. Sofort!
Können Sie Ihre Unschuld und die Ihrer Firma denn beweisen?
Meine Firma, die Titanic Investment, hat die "Etireno" und mein zweites Schiff für eine Fixsumme und einen bestimmten Zeitraum an die Tennyson Shipping verchartert. Diese Gesellschaft hat fünf Agenten beauftragt, Passagiere und Fracht zu besorgen. Ich habe rechtlich damit nichts zu tun. Das ist so, wie wenn jemand mit Lufthansa nach Frankfurt fliegt. Er kauft sich sein Ticket beim Reisebüro, der Flugkapitän und die Lufthansa wissen auch nicht, wer in ihrer Maschine sitzt.
Wie konnten die Kinder ohne gültige Papiere an Bord gelangen?
Das Fährgeschäft in Westafrika läuft doch so ab: Nicht der Kapitän kontrolliert seine Passagiere, sondern die Beamten der Grenzbehörden. Sie rufen die Namen von der Passagierliste auf und lassen anschließend die Reisenden an Bord. Erst wenn die Beamten unter diese Liste ihr Okay gesetzt haben, kann das Schiff auslaufen.
Ihr Kapitän schiebt die Verantwortung auf korrupte Beamte. Und Sie glauben ihm, daß er nichts mit der Sache zu tun hat?
Auf jeden Fall. Bei CNN wurde erzählt, mein Kapitän sei vorbestraft. Ich habe in Nigeria nach Belegen dafür gesucht. Ich habe bisher keine gefunden. Im selben TV-Sender durfte ein Schiffsagent behaupten, die "Etireno" habe schon seit fünf Jahren Kinder von Benin nach Gabun transportiert. Nur: Ich habe meine beiden Schiffe erst 1998 gekauft. Und die "Etireno" fährt die Route Benin-Gabun erst seit sieben, acht Monaten.
Warum haben Sie die 23 Kinder im terre-des-hommes-Lager in Cotonou nicht besucht und sie persönlich befragt?
Wollte ich doch. Ich habe den zuständigen Polizeibeamten in Cotonou um die Erlaubnis gebeten. Er lehnte ab, mehrfach.
Laut Unicef werden in Westafrika jährlich 200.000 Kinder aus armen Ländern als billige Arbeitskräfte verkauft. Was haben Sie davon mitbekommen?
Es gehört zur Kultur einiger Länder in Afrika, daß sich junge Menschen in Bewegung setzen, um Arbeit zu finden und damit ihre Familien zu ernähren. Überall findet man Wege, die Grenzen ohne große Probleme zu passieren. So zum Beispiel von Benin nach Gabun.
Und Schlepperbanden profitieren davon, sie betreiben regelrecht Menschenhandel.
In den Dörfern Westafrikas gibt es immer Leute, die Kinder irgendwohin vermitteln, damit sie einen Job bekommen. Das Problem ist, daß man nur schwer kontrollieren kann, wer es mit den Kindern ehrlich meint und wer nicht. Sicher gibt es Schlepper, die Kinder mit falschen Versprechungen in ein fremdes Land locken und dann für Sklavendienste missbrauchen. In Europa wäre eine sorgfältige Kontrolle möglich, aber nicht in Afrika.
Warum haben Sie überhaupt Schiffe gekauft?
Ich habe sieben Geschwister, die alle Kinder haben. Früher habe ich jeden Monat einen Teil meines Gehaltes überwiesen. Jetzt bin ich Eigentümer der Schiffe, meine Familie in Afrika betreibt das Fährgeschäft und lebt davon.
Werden Sie Ihre Schiffe jetzt verkaufen?
Die Familie will das Fährgeschäft weiter betreiben.
Und was sagt VW dazu? Der Hauptsponsor hat angeblich überhaupt kein Interesse mehr daran, dass Sie weiter für den VfL Wolfsburg spielen. Stimmt das?
Diesen Eindruck habe auch ich gewonnen. Ich bin sehr enttäuscht von VW. Der Verein wollte, daß ich runterfliege und den Fall kläre. Und während ich das mache, wird in Wolfsburg kolportiert, VW wolle mich nicht mehr haben, egal, was ich an entlastenden Dokumenten mitbringe.
Haben Sie die Dokumente vorgelegt?
Mein Anwalt hat dem VfL Wolfsburg die Passagierlisten, das Logbuch des Kapitäns und den Chartervertrag zur Prüfung angeboten. Jetzt muss sich der Club erklären. Es wird nicht möglich sein, etwas gegen mich vorzubringen, was eine Kündigung meines Arbeitsvertrags rechtfertigt. Es liegt nichts gegen mich vor, es wird nicht gegen mich ermittelt.
Wollen Sie überhaupt noch für den VfL Wolfsburg spielen?
Ich würde gern beim VfL Wolfsburg bleiben. Ich fühle mich hier wohl. Beim Trainingsauftakt für die neue Saison am 21. Juni werde ich dabei sein. Aber es kann durchaus sein, daß gewisse Kräfte im Umfeld des Clubs dafür sorgen werden, daß ich Wolfsburg verlassen muss.
Stimmt es, daß Sie erwägen, VW wegen des Imageschadens zu verklagen?
Meine Anwältin prüft das.
Ihr Vertrag läuft noch bis 2003. Wird der VfL Wolfsburg auf eine Ablösesumme verzichten, um den Fall schnell zu lösen?
Davon gehe ich aus.
Glauben Sie, daß ein deutscher Club Sie nach den rufschädigenden Schlagzeilen der vergangenen Wochen engagiert?
Warum nicht? Ich würde gern in Deutschland bleiben. Wenn ich wegen dieser falschen Vorwürfe keinen Verein in Deutschland finde, dann läuft irgendetwas falsch in diesem Land.
Interview von Giuseppe Di Grazia und Joachim Rienhardt
News.ch
09.04.2003
Knapp 200 Jahre nach der Unabhängigkeit Haitis wird dort der Voodoo als Religion offiziell anerkannt. Eine entsprechende Verfügung gab Präsident Jean-Bertrand Aristide bekannt.
In einem Gesetz solle der Voodoo den christlichen Konfessionen rechtlich gleichgestellt werden, hiess es. Rund drei Viertel der acht Millionen Einwohner Haitis gelten als Anhänger des Voodoo-Kultes.
Es handelt sich um eine polytheistische Religion, die die Vorfahren der heutigen Haitianer, aus Afrika verschleppte Sklaven, im 18. Jahrhundert mitbrachten und in Haiti mit christlichen Elementen vermischten. Im Mittelpunkt steht die Verehrung von Naturgottheiten.
Christ und Voodoo-Anhänger
Für viele Haitianer ist es kein Widerspruch, gleichzeitig Voodoo-Anhänger und Christ zu sein. Während der Kolonialzeit war der Voodoo verboten, aber auch in der unabhängigen Republik wurde er zeitweilig unterdrückt.
Aristide wählte für die Bekanntgabe am Montag den 200. Todestag des Nationalhelden Toussaint L´Ouverture. Jener hatte den Aufstand der schwarzen Sklaven gegen die französischen Kolonialherren angeführt, war 1802 nach Frankreich verschleppt worden und dort am 7. April 1803 in einem Gefängnis gestorben.
pte
12.05.2003
Zwei Spezies von Rüsselkäfern haben dem westafrikanischen Staat Benin mindestens 260 Mio. Dollar in den kommenden Jahren erspart. Die Käfer sind erfolgreich im Kampf gegen die Wasserhyazinthen, die sich ohne Ende über das gesamte Binnengewässer Afrikas ausbreiten und dort zu einer wirtschaftlichen und ökologischen Katastrophe führen, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist http://www.newscientist.com heute, Montag.
Die Hyazinthen behindern die Schifffahrt, töten die Fische der Seen und vernichten die gesamte Ökologie der Binnengewässer. Vor knapp 100 Jahren wurden die hübschen Wasserpflanzen aus Brasilien nach Afrika gebracht, in erster Linie zur Dekoration der Wassergärten. Was sich wie eine romantische Geschichte anhört, wurde zu einer Katatastrophe. Ohne natürliche Feinde begannen die Hyazinthen zu wuchern. In der Zwischenzeit sind die Invasoren bereits in mehr als 50 tropischen Ländern heimisch geworden. Schwimmende Matten der Hyazinthen vermehren sich innerhalb von nur zwei Wochen auf das doppelte. Der dichte Wuchs macht die Schiffahrt und die Fischerei unmöglich. Schlimmer noch, Krokodile finden unter den Pflanzen Schutz. Für Bewohner wird das Wasserholen zu einer lebensgefährlichen Angelegenheit. Zusätzlich verbrauchen die Pflanzen große Mengen an Sauerstoff und erhöhen den Säuregehalt des Wassers. In Flüssen sorgen die Hyazinthen für verminderte Fließgeschwindigkeiten und fördern daher die Ablagerungen von Schlick. "Am Ende bedeutet dies eine gewaltige ökologische Veränderung für das gesamte Süßwassersystem", so Roger Day, Experte der CAB International in Nairobi, Kenia http://www.cabi.org, einer Non-profit-Organisation zur nachhaltigen Lösung in der Landwirtschaft.
Verschiedene Methoden wurden angewandt, um Herr über die wuchernden Pflanzen zu werden. In Nigeria wurden fast zwei Mio. Dollar in Geräte gesteckt, die sich durch die Schichten an Hyazinthen fressen sollten. In anderen Gebieten griffen die Bewohner zu drastischeren Mitteln. Mithilfe von Pestiziden versuchte man, die Pflanzen zu töten. Der Erfolg war gering, denn die Pestizide vernichteten auch Lebewesen, die zum Ökosystem der Gewässer gehörten. Die Lösung des Problems waren die zwei Rüsselkäfer, Neochetina eichhorniae und N. bruchi. Die beiden Käfer fressen ausschließlich Hyazinthen und wurden erstmals im Sudan ausgesetzt.
Nach Angaben der Wissenschafter sind die Käfer in der Lage 90 Prozent der Kosten einzusparen. Peter Neuenschwander vom International Institute of Tropical Agriculture in Cotonou/Benin hat mit einem Wissenschaftsteam die ökonomische Analyse dieser Art der "biologischen Kontrolle" gezogen: Nach ersten Angaben verläuft das Projekt, das 1991 und 1993 begonnen hat, zufriedenstellend. In den kommenden 20 Jahren werden die Nutzen der Eindämmung der Pflanzen die getätigten Investitionen um den Faktor 120 übersteigen. Der Forschungsbericht wird auch im Wissenschaftsjournal Ecological Economics veröffentlicht.
Von Wolfgang Weitlaner