Landkarte Elfenbeinküste klein

ELFENBEINKÜSTE (CIV)


Fahne Elfenbeinküste

Übersicht:
Cote d´Ivoire
République de Côte d'Ivoire
Republic of Côte d'Ivoire
Westafrika
Geographische Lage: 5°N - 11°N / 3°O - 8°O
Côte d'Ivoire (»Elfenbeinküste«) grenzt im Westen an Liberia und Guinea, im Norden an Mali und Burkina Faso und im Osten an Ghana. Das Land hat eine 600 km lange Küste am Golf von Guinea. Die südlichen und westlichen Landesteile sind bewaldet mit hügeliger Landschaft, die in Richtung der Savannenebenen im Norden und der bergigen westlichen Grenze hin ansteigt. Die drei Flüsse Sassandra, Bandama und Comoé fließen nach Süden in den Atlantik, wo sie zahlreiche Lagunen bilden.
Zeitzone: MEZ -1h
Fläche: 322.462 qkm
Höchster Punkt: Mount Nimba 1752 m
Tiefster Punkt: Atlantischer Ozean 0 m
Klima: Tropisches Klima. Im Süden gleichmäßig heiß und feucht mit einer großen (Mai bis Juli) und einer kleinen (Oktober bis November) Regenzeit. Nach Norden trockener, (Regenzeit von Juni bis September).
Flora und Fauna: Die üppige Pflanzenwelt des Südens wird nach Norden hin spärlicher. Ein Viertel des Landes ist mit Wald oder Waldland bedeckt. Die Tierwelt der Savannen umfaßt Schakale, Hyänen, Leoparden, Büffel, Elefanten, Paviane und Krokodile. In den tropischen Wäldern sind Schopfantilopen, Gorillas, Pinselohr-schweine, Meerkatzen und Schimpansen weit verbreitet.
Hauptstadt: Abidjan
Bevölkerung: 18,154.000
Bevölkerungsdichte: 56/qkm
Ethnische Zusammensetzung: Baoule 23%, Bete 18%, Senoufou 15%, Malinke 11%
Religion: Muslim 60%, Christen 22%, Naturreligionen 18%
Sprache: Amtssprache ist Französisch. Attie, Agni, Baoulé, Bété, Diula, Senoufo und Yacouba werden als Umgangssprachen benutzt.
Politisches System: Präsidialrepublik seit 1960. Neue Verfassung von 2000. Parlament (Assemblée Nationale) mit 177 Mitgliedern, z. Z. aufgelöst. Staatsoberhaupt: Laurent Gbagbo, seit 2000. Regierungschef: Affi N'Guessan, seit 2000. Unabhängig seit 1960 (ehemalige französische Kolonie).
Währung: 1 CFA Franc = 100 Centimes
Durchschn. Kaufkraft/Jahr: 1.800 EUR
Wirtschaft: Côte d'Ivoire ist der größte Kakaobohnen-Exporteur der Welt und einer der größten Kaffeeproduzenten. Baumwolle, Gummi, Obst und Gemüse sind weitere wichtige Exportgüter. Die Holzindustrie ist zurückgegangen, nachdem die Regierung nach Jahren des exzessiven Abbaus nun bestrebt ist, die verbleibenden Regenwälder zu schützen und aufzuforsten. Die exportorientierte Leichtindustrie (Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte, Textilien und Chemikalien sowie Zuckerraffinerien) ist gewachsen. Erdölraffinerien und Zigarettenherstellung sind weitere wichtige Industriezweige, die beide auf den Import von Rohstoffen angewiesen sind. Die Regierung erhofft sich von den kürzlich vor der Küste entdeckten Erdöl- und Erdgasvorkommen einen Aufschwung der Industrie sowie die Deckung des Energiebedarfs des Landes in der Zukunft. Bis es dazu kommt, ist Côte d'Ivoire weiterhin auf importierten Treibstoff und die Elektrizitätsproduktion durch Wasserkraftwerke angewiesen.
Die Wirtschaftspläne der Regierung sehen vor, den Dienstleistungsbereich auszubauen, insbesondere die Bereiche Tourismus, Finanzdienste und Telekommunikation. Dabei kommt dem Land die dominierende Rolle der Börse von Abidjan in der Region zugute. Die Wirtschaft hat sich seit Mitte der 1990er Jahre gut entwickelt, mit jährlichen Zuwachsraten von etwa 7%. Côte d'Ivoire ist Mitglied aller bedeutenden regionalen wirtschaftlichen Organisationen, einschließlich ECOWAS und der verschiedenen Vereinigungen der CFA-Franc-Zone. Côte d'Ivoires Haupthandelspartner ist Frankreich, andere wichtige Handelspartner sind Deutschland, die Niederlande, Italien und Spanien sowie Nigeria, Mali, die USA und Japan.
Kakao, Kaffee, Yamswurzeln, Reis, Bananen, Ananas, Forstwirtschaft.
Föderung von Diamanten und Mangan.
Nahrungsmittel-, Textil-, Baustoffindustrie, Holzverarbeitung.
Exportgüter: Kakao, Kaffee, Edelhölzer.
Landwirtschaft: 32%
Industrie: 18%
Dienstleistung: 50%
Lebenserwartung: 45 Jahre
Analphabetenrate Männer: 40%
Analphabetenrate Frauen: 63%
Information:


Das Land
Hinter der breiten, großenteils von dichtem Regenwald bestandenen Küstenebene steigt das feuchttropische Land in der Nordguineaschwelle auf 1000 m, im westlichen Nimbabergland auf 1800 m an. Im Hochland, das nach Norden von Niger und Volta entwässert wird, breiten sich Feucht- und Trockensavannen aus, die aber durch Wanderfeldbau mit Brandrodung und auch durch Beweidung stark verändert worden sind.

Die Bevölkerung
Bis auf rund 160 000 Europäer und Asiaten (insbesondere Franzosen und Libanesen) gehört die Bevölkerung etwa 60 verschiedenen Stämmen an (Kru, Mande, Agni, Gouro u. a.). Die Regierung ist bestrebt, die Spannungen zwischen den Stämmen zu beseitigen und ein Nationalbewusstsein zu fördern. 18% der Einwohner sind Anhänger von Naturreligionen, 60% Moslems und 22% Christen.

Die Wirtschaft
52% der Erwerbstätigen leben von der Landwirtschaft. Große Bedeutung hat der Export landwirtschaftlicher Rohprodukte: Die Cote d´ Ivoire gehört zu den größten Kaffee- und Kakaoexporteuren der Welt; die Ausfuhr von Baumwolle, Kautschuk und Palmöl ist ebenfalls beträchtlich; etwas geringer ist die Erzeugung von Zucker, Kokosnüssen, Bananen und Ananas. Die Viehzucht reicht für den Eigenbedarf nicht aus. Die Wälder liefern Mahagoni und andere Edelhölzer (über 80% der Exporte in die EU-Länder), sind aber in ihrem Bestand zunehmend gefährdet. An Bodenschätzen werden Erdöl- und Erdgasvorkommen im Offshore-Bereich genutzt. Die Industrie hat in letzter Zeit starke Fortschritte gemacht, vor allem dank dem Ausbau der Energie-erzeugung. Nahrungsmittel-, Holz-, Baumwollindustrie und Ölmühlen sind vor-herrschend. Die wichtigsten Handelspartner sind die Staaten der EU, insbesondere Frankreich, und die USA.

Der Verkehr
Das Straßennetz ist relativ gut ausgebaut; weniger bedeutend ist der Eisenbahn-verkehr. Neben dem Hochseehafen Abidjan gibt es seit 1971 in San Pedro bei Sassandra einen zweiten modernen Hafen.

Die Geschichte
Die "Elfenbeinküste", das Gebiet der heutigen Republik Cote d´ Ivoire, wies bis zur Kolonialzeit keine Staatenbildung auf. Die Portugiesen trieben seit dem 15. Jahr-hundert Handel mit den Küstenstämmen, wurden aber seit dem 17. Jahrhundert von den Franzosen verdrängt, die 1843 den Marinestützpunkt Grand-Bassam errichteten und das Gebiet 1893 zur Kolonie Cote d´ Ivoire erklärten. Die Niederschlagung von Aufständen, besonders des Stammeshäuptlings Samory Toure, nahm allerdings noch mehrere Jahre in Anspruch. 1895 wurde Cote d´ Ivoire ein Teil Französisch-West-afrikas, 1956 erhielt es innere Selbstverwaltung und wurde 1958 autonome Republik innerhalb der Französischen Gemeinschaft. Am 7. 8. 1960 erhielt Cote d´ Ivoire die volle Unabhängigkeit unter Felix Houphouet-Boigny, der bis zu seinem Tode 1993 Staatspräsident (bis 1990 auch Regierungschef) war. Houphouet-Boigny, der Gründer der Einheitspartei "Parti Democratique de Cote d´ Ivoire" (PDCI), verfolgte eine prowestliche Politik. Er verfügte auch, dass die "Elfenbeinküste", so benannt nach ihrem einst wichtigsten Exportprodukt, seit Ende der 80er Jahre nur noch mit dem französischen Kolonialnamen Cote d´ Ivoire bezeichnet werden darf. Unruhen unter der Bevölkerung führten dazu, dass 1990 ein Mehrparteiensystem sowie das Amt des Ministerpräsidenten eingeführt wurden. Nachfolger Houphouet-Boignys wurde 1993 H. K. Bedie (PDCI). Die von der Opposition boykottierten Wahlen im Oktober 1995 bestätigten Bedie im Präsidentenamt. Eine Änderung der präsidialen Verfassung von 1960 verlängerte 1998 die Amtszeit des Präsidenten von fünf auf sieben Jahre und stärkte seine exekutiven Befugnisse. Der Verfall der Kakaopreise führte 1999 zu wirtschaftlichen Krisenerscheinungen. Im Dezember 1999 wurde Bedie, der oppositionelle Kreise zunehmend unterdrückt hatte, in einem unblutigen Putsch vom Militär unter Führung von General R. Guec gestürzt.

Reiseinformation
Abidjan, Wirtschaftsmetropole und zugleich größte Stadt des Landes, wird vom Plateau, dem Geschäftsviertel, beherrscht. Die Stadt hat sich ihr französisches Flair aus der Kolonialzeit bewahrt und gilt als das "Paris Westafrikas". Das ältere und traditionellere Zentrum der Stadt ist Treichville mit seinen vielen Restaurants, Bars und Nachtklubs sowie dem farbenfrohen Markt. Das Ifon-Museum ist einen Besuch wert, die Ausstellungsstücke reichen von regionalen Skulpturen bis zu Goldschmuck und -gewichten. Die Artefakte geben einen Einblick in die Lebensweisen und das Kunsthandwerk der verschiedenen Volksstämme der Elfenbeinküste. Am Ufer der Lagune sind einige Vororte entstanden, wie z. B. Cocody (mit dem luxuriösen Komplex des Hôtel Ivoire), Marcory und Adjamé.
Etwa 100 km östlich der Hauptstadt liegen die Badeorte Assouinde und Assinie. Schöne Badestrände gibt es auch in Grand-Béréby, 340 km westlich von Abidjan in der Nähe der liberianischen Grenze gelegen, und im Fischerdorf Sassandra. Die ehemalige Hauptstadt Grand-Bassam mit ihren schönen Sandstränden dient heute in erster Linie als Urlaubsort für die wohlhabenderen Einwohner von Abidjan. Die alten Gebäude im Kolonialstil, der restaurierte Gouverneurspalast, heute ein Museum, und die zahlreichen strohgedeckten Hütten am Strand machen den Charme der Stadt aus. Die Pfahlbaustadt Tiagba liegt nicht weit südwestlich von Abidjan an einer Lagune. Im Nordosten von Côte d'Ivoire liegt Bondoukouo, einer der ältesten Orte des Landes.
Im Westen des Landes liegt die Stadt Man in einer Gegend dichtbewaldeter Berge und Hochebenen. Die Volksstämme der Guere und Yacouba, die hier leben, sind für ihre ausdrucksvollen Masken- und Stelzentänze bekannt. Im Februar finden in den Dörfern rund um Man die faszinierenden Maskenfeste statt. Die etwa 5 km von Man entfernt in einem Bambuswald gelegenen Wasserfälle La Cascade sind ein beliebtes Ausflugsziel. Viele Urlauber machen sich auch auf, den Berg Tonkoui (1218 m) oder den steilen Fels La Dent de Man zu ersteigen. Besuchenswert sind auch die etwa 50 km entfernten Dörfer Biankouma mit seinem traditionellen Markt und Gouessesso, bekannt für seine Schnitzer und Weber.
Die neue politische und verwaltungstechnische Hauptstadt ist seit 1983 Yamoussoukro, etwa 230 km nördlich von Abidjan. Die moderne Stadt hat einen geschäftigen Markt, einen Golfplatz von internationalem Standard und einige architektonisch interessante Bauwerke, einschließlich des Palastes und der Plantagen des ehemaligen Präsidenten und der Moschee mit ihren stilisierten Minaretten. Yamoussoukro ist die Geburtsstadt des verstorbenen Präsidenten Félix HouphouËt-Boigny, der den Bau der erst vor kurzem fertiggestellten römisch-katholischen Kathedrale Notre Dame de la Paix fast ausschließlich aus eigener Tasche bezahlte. Das imposante Bauwerk mit seinen 36 in Frankreich handgefertigten, bunten Glasfenstern ist eine exakte Kopie des Petersdoms in Rom. Die Kathedrale stellt mit ihren riesigen Dimensionen eine Kuriosität in einem Land dar, in dem der Katholizismus eine Minderheitsreligion ist.
Korhogo, 500 km nördlich von Abidjan gelegen, ist die wichtigste Stadt des Nordens. Die Stadt ist Stammsitz des Senoufo-Volkes, deren berühmte Holzschnitzereien man auf dem Markt erwerben kann. Hier gibt es gute Fisch- und Jagdgründe. Andere interessante Städte sind u. a. die ehemalige Hauptstadt Bingerville und Bouaké in der Landesmitte.
Organisierte Pauschaltouren, die man vor Ort buchen kann, bieten die Möglichkeit, das Land kennenzulernen. Viele dieser Rundfahrten beinhalten Besuche der Nationalparks, zu denen der Parc du Banco nordwestlich von Abidjan mit 3000 Hektar äquatorialem Regenwald und der Abokouamékro in der Nähe von Yamoussoukro gehören. Besonders besuchenswert sind der Comoé im Nordosten, der größte Wildtierpark in Westafrika, in dem man Löwen, Elefanten, Leoparden, Nilpferde und Antilopen in freier Wildbahn beobachten kann, und der Taï-Nationalpark im Südwesten mit urzeitlichem Regenwald, bis zu 50 m hohen Bäumen und einer Forschungsstation für Schimpansenstudien.

Verkehrsmittel:
BAHN: Die Strecke Abidjan - Niger gehört zu den modernsten Bahnstrecken Afrikas, es fahren täglich mehrere Schnellzüge von Abidjan nach Bouaké (6 Std.) und Ferkessédougou. Auf derselben Strecke fahren auch langsamere Züge zu günstigeren Preisen.
BUS/PKW: Côte d'Ivoire hat ein für westafrikanische Verhältnisse gut ausgebautes Straßennetz mit über 5600 km asphaltierten Straßen. Die in der Regenzeit oft überspülten Straßen sind allerdings nicht immer gut unterhalten. Außer im Norden findet man in regelmäßigen Abständen Tankstellen. Von Nachtfahrten über Land wird abgeraten. Bus: Private Minibusse und komfortablere Fernbusse verkehren zwischen allen größeren Ortschaften. Öffentliche Busse sind oft überfüllt und teilweise in schlechtem technischen Zustand. In den größeren Städten stehen Taxis zur Verfügung. Bei Taxifahrten kommt es wegen unqualifizierter Fahrer und dem schlechten technischen Zustand der Fahrzeuge des öfteren zu schweren Unfällen. Mietwagen gibt es in Abidjan, am internationalen Flughafen und in den größeren Städten.
STADTVERKEHR: SOTRA betreibt die öffentlichen Verkehrsmittel (Busse und Fähren) in Abidjan. Es gibt zwei Preiszonen. Die meist roten Taxis haben einen Taxameter, zwischen 24.00 und 06.00 Uhr verdoppeln sich die Fahrpreise.

Unterkunft:
HOTELS: Hotels und Restaurants in den größeren Städten sind teuer, aber man kann generell zwischen Luxusklasse, mittlerer Preislage und billigeren Unterkünften wählen. Kategorien: 1 bis 5 Sterne. In Abidjan gibt es diverse Hotels von internationalem Standard.


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