

Übersicht:
Republic of Ghana
Westafrika
Geographische Lage: 5°N - 11°N / 1°O - 3°W
Ghana grenzt im Norden an Burkina Faso, im Osten an Togo, im Süden an den Atlantik und im Westen an Côte d'Ivoire. Eine schmale, nach Osten hin breiter werdende Grasebene erstreckt sich von der Küste ins Landesinnere. Der Westen und Süden sind von dichtem Regenwald bedeckt. Im Norden herrscht bewaldetes Hügelland vor; trockene Savanne und Waldgebiete schließen sich an. Der äußerste Norden besteht aus einem durchschnittlich 500 m hohen Plateau. Die Akuapim-Hügel im Osten verlaufen parallel zur Grenze nach Togo. Der Rote und der Weiße Volta fließen von Burkina Faso kommend in den Volta-Stausee, den größten künstlichen See der Welt.
Zeitzone: MEZ - 1h
Fläche: 238.537 qkm
Höchster Punkt: Mount Afadjato 880 m
Tiefster Punkt: Atlantischer Ozean 0 m
Größter See: Volta 8462 qkm (Anteil Ghana)
Klima: Das Klima ist tropisch mit zwei Regenzeiten (April bis Juni und Oktober/November). In den südlicheren Landesteilen ganzjährig sehr hohe Luftfeuchtigkeit.
Flora und Fauna: Die Mangrovensümpfe der Küste gehen in Savannenland über, dem im südlichen Drittel des Landes ein weitgehend abgeholzter tropischer Regenwald folgt. Die nordwärts liegende Savanne ist baumärmer und von kürzeren Gräsern bewachsen. Die Tierbestände sind noch reichhaltig und umfassen Löwen, Leoparden, Hyänen, Antilopen und Elefanten. In den Flüssen gibt es Krokodile, Seekühe und Flußpferde.
Hauptstadt: Accra
Bevölkerung: 22,113.000
Bevölkerungsdichte: 93/qkm
Ethnische Zusammensetzung: Akan 44%, Moshi 16%, Ewe 13%
Religion: Naturreligionen 38%, Muslim 30%, Christen 24%
Sprache: Amtssprache ist Englisch. Die afrikanischen Sprachen Twi, Fanti, Ga, Ewe, Dagbani, Hausa und Nzima.
Politisches System: Präsidialrepublik (im Commonwealth) seit 1979. Verfassung der IV. Republik von 1993. Parlament mit 200 Abgeordneten; Legislaturperiode: 4 Jahre. Staats- und Regierungschef: John Agyekum Kufuor, seit 2000. In der neuen Verfassung wurden ein Mehrparteiensystem und das allgemeine Wahlrecht eingeführt. Unabhängig seit 1957 (ehemalige britische Kolonie).
Währung: 1 Cedi = 100 Pesevas
Durchschn. Kaufkraft/Jahr: 2.100 EUR
Wirtschaft: Die Hälfte der Erwerbstätigen ist in der Landwirtschaft beschäftigt. Die Diamanten- und Goldgewinnung, sowie der Bergbau (u. a. Manganerz) schaffen ebenfalls Arbeitsplätze und sind wichtige Devisenbringer. Die Fischerei expandierte in den achtziger Jahren. Die niedrigen Weltmarktpreise für Kakao, dem landwirtschaftlichen Hauptexportgut, haben der Wirtschaft zugesetzt. Ghana ist Mitglied der Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten (ECOWAS). Das erstmalig in Ghana angewandte neue Wirtschaftsförderungsprogramm der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds hat sich als erfolgreich erwiesen. Es umfaßt Maßnahmen zur Liberalisierung der Wirtschaft, zum Abbau von Handelsschranken und staatlicher Kontrolle sowie Planüberwachung. Das Programm ist langfristig angelegt und die Auswirkungen somit weniger drastisch.
Haupthandelspartner sind Großbritannien, Deutschland, die USA, die Niederlande und Frankreich.
Kakao, Mais, Hirse, Yams, Maniok, Gemüse, Ananas, Bananen, Viehzucht, Fischfang, Forstwirtschaft.
Gewinnung von Gold, Bauxit, Diamanten, Mangan.
Aluminiumschmelze, Erdölraffinerie, Eisenwerk, holverarbeitende-, Nahrungsmittel-industrie.
Tourismus.
Exportgüter: Kakao, Holz, Gold, Diamanten, Manganerz.
Landwirtschaft: 40%
Industrie: 30%
Dienstleistung: 30%
Lebenserwartung: 57 Jahre
Analphabetenrate Männer: 20%
Analphabetenrate Frauen: 37%
Information: http:// www.ghana.gov.gh/
http://www.ghanatourism.com
Das Land
Hinter der flachen, sandigen, feuchttropischen Küste erhebt sich das dicht bewaldete, bis 900 m hohe Bergland von Ashanti, die Hauptpflanzungszone, der sich nach Norden Feucht- und Trockensavannen anschließen.
Die Bevölkerung
Die Bevölkerung gehört verschiedenen Stämmen an (Fanti, Ewe, Ashanti u. a.). Sie ist zu 24% christlich, 30% sind Moslems, der Rest Anhänger von Naturreligionen.
Die Wirtschaft
Die tropische Pflanzungswirtschaft liefert vor allem Kakao, ferner Bananen, Mais, Hirse, Yamswurzeln, Maniok, Naturkautschuk, Südfrüchte und Gemüse. Die Wälder erbringen Mahagoni u. a. Edelhölzer. Die Viehzucht ist durch das Auftreten der Tsetsefliege beeinträchtigt. Die Fischerei ist gut entwickelt. Sehr wertvoll sind die Vorkommen von Gold, Mangan, Diamanten und Bauxit. Noch vor dem Kakaoexport (rund 26% des Ausfuhrwerts) stehen Bergbauprodukte an erster Stelle. Das traditionelle Handwerk (Weberei, Metallverarbeitung, Schnitzerei, Töpferei) ist noch sehr verbreitet. Die Industrie ist nur wenig entwickelt. Sie umfasst Nahrungsmittel-erzeugung, Holzverarbeitung, Textil- und chemische Industrie. Bei Akosombo wurde 1966 der Volta-Stausee fertig gestellt.
Der Verkehr
Das recht gut ausgebaute Verkehrsnetz konzentriert sich auf die Gebiete im Süden. Die Haupthäfen von Ghana sind Takoradi und Tema. Der internationale Flughafen von Accra wurde 1969 ausgebaut.
Die Geschichte
Seit dem 15. Jahrhundert trieben Europäer - zunächst Portugiesen, später vor allem Engländer - an dem westafrikanischen Küstenstrich, der später Goldküste genannt wurde, Sklaven- und Warenhandel. Um 1700 entstand im Hinterland der militärische Staatenbund der Ashanti, der um 1800 seine Macht bis an die Küste ausdehnte. Die englischen (privaten) Besitzungen an der Goldküste kamen Anfang des 19. Jahrhunderts unter staatliche Gewalt; bis 1872 erwarb Großbritannien die anderen europäischen Siedlungen für seine Kolonie. In sieben Kriegen zwischen 1826 und 1900 wurden die Ashanti unterworfen. Nach dem 1. Weltkrieg kam auch der westliche Teil der deutschen Kolonie Togo als Völkerbundsmandat (später als UN-Treuhand-gebiet) unter britische Herrschaft. Der Süden (die eigentliche Goldküste) wurde als Kronkolonie, das Ashanti-Land und der Norden wurden als Protektorate verwaltet. Seit 1920 entstand eine moderne Nationalbewegung, in der 1949 Kwame Nkrumah mit der Convention People's Party (CPP) die Führung ergriff. Nach dem ersten CPP-Wahlsieg 1951 wurde Nkrumah Premierminister der ersten autonomen schwarz-afrikanischen Regierung im Britischen Empire. Am 6. 3. 1957 erhielt das Land die Unabhängigkeit und nahm den Namen des alten Reiches Ghana an. Am 1. 7. 1960 wurde Ghana Republik, Nkrumah Präsident mit diktatorischen Vollmachten. 1966 wurde Nkrumah von Offizieren gestürzt. Seither wurde Ghana fast stets von wechselnden Militärgruppen beherrscht; parlamentarische Regierungen bestanden nur 1969-1972 und 1979-1981. Militärmachthaber war seit 1981 Hauptmann J. Rawlings. Er leitete 1991 demokratische Reformen ein. 1992 stimmte die Bevölkerung per Referendum einer neuen Verfassung zu. Die Präsidentschaftswahl im gleichen Jahr gewann Rawlings. Das seit 1981 bestehende Parteienverbot wurde aufgehoben. Bei seiner Amtseinführung 1993 proklamierte Rawlings die IV. Republik und verfolgte in Zusammenarbeit mit dem IWF eine konsequente Strukturanpassungspolitik. Außen-politisch trat er vor allem bei der Friedenssuche im Liberiakonflikt hervor. 1996 bestätigte die Bevölkerung Rawlings im Präidentenamt.
Reiseinformation
Accra und Umgebung
Accra: Das Landesmuseum beherbergt eine umfassende Sammlung ghanaischer Kunst und ein interessantes Erinnerungsstück an die jüngste Geschichte: die Statue von Kwame Nkrumah, dem »Vater« der Unabhängigkeit, mit abgehackten Armen. Der Makola-Markt an der Kojo Thompson Road ist ein weitläufiger Straßenmarkt, auf dem Händler aus den umliegenden Dörfern täglich ihre Produkte verkaufen. Im Centre for National Culture kann man traditionelles Kunstgewerbe erstehen.
Aburi liegt 38 km nördlich von Accra in den Akuapim-Hills. Das im 19. Jahrhundert erbaute Sanatorium (heute ein Rest House) deutet auf das erfrischende Klima hin. Der Botanische Garten wurde während der Kolonialzeit angelegt und beherbergt eine umfassende Sammlung subtropischer Pflanzen und Bäume.
Shai Hills Game Reserve: Dieses verhältnismäßig kleine Tierschutzgebiet liegt 50 km von Accra entfernt und kann mit dem Auto erreicht werden.
Ada ist ein beliebtes Urlaubsgebiet an der Mündung des Volta. Angler können in der Flußmündung Barracudas und Nilbarsche fangen. In der Nähe liegt die Salzmarsch der Songow-Lagune, die für ihre artenreiche Vogelwelt bekannt ist.
Das Ashanti-Plateau
Kumasi ist die historische Hauptstadt der Ashantis. Hier kann man die Ruinen des von Lord Baden-Powell niedergebrannten Manhyia-Palastes und des königlichen Mausoleums sehen. Das Kulturzentrum mit einem zum Großteil den Ashantis gewidmeten Museum, einer Bibliothek und einer Freilichtbühne ist sehr interessant. Im »Lebenden Museum«, das aus einer Farm und einem nachgebauten Dorf besteht, kann man Goldschmiede, Töpfer und Bildhauer nach traditionellen Techniken arbeiten sehen. Besonders interessant sind die Weber, die bunte Kente-Stoffe herstellen.
Das Owabi-Naturschutzgebiet liegt im Westen unweit von Kumasi. Weiter nordöstlich befindet sich das Boufom Wildlife Sanctuary mit den eindrucksvollen Banfabiri-Fällen. Im Süden liegt die Goldgräberstadt Obuasi.
Akosombo ist die ehemalige Siedlung der Arbeiter, die den Staudamm am Volta gebaut haben, wodurch der größte künstliche See der Welt entstanden ist. Zur Zeit wird hier ein Feriendorf mit guten Wassersportmöglichkeiten angelegt. Eine Rundfahrt mit der Autofähre nach Kete Krachi dauert einen Tag; ein Dreitageausflug zur nördlichen Hauptstadt New Tamale am Seezufluß ist auch möglich. Es gibt gute Segel-, Wasserski- und andere Wassersportmöglichkeiten.
Der Mole-Nationalpark ist das schönste Tierschutzgebiet Ghanas. Man kann den Park zu Fuß oder per Landrover durchstreifen, muß aber immer von einem Führer begleitet werden. Die Touren sind so geplant, daß Antilopen, Affen, Büffel, Warzenschweine und die selteneren Löwen und Elefanten, die man hier wieder angesiedelt hat, aus der Nähe beobachtet werden können. Es darf gezeltet werden, Besucher sind nicht an vorgeschriebene Wege gebunden. Am Parkeingang gibt es ein Motel mit Restaurant. Nicht weit von hier kann die Larabanga-Moschee, Ghanas älteste Moschee, im traditionellen westafrikanischen Stil erbaut, besucht werden.
Die Westküste
Der Fischmarkt in Dixcove und die britische Festung aus dem 17. Jahrhundert sind schöne Ausflugsziele. In der Nähe liegt Busua, ein tropischer Strand mit Palmen und hohen Atlantikwellen. Allerdings ist hier, wie fast an der gesamten Küste, Schwimmen gefährlich, da die Wellen eine starke Strömung erzeugen. Es gibt aber kleine Felsbuchten, in denen man gefahrlos baden kann. Elmina (»die Mine«) war die erste portugiesische Siedlung und hat eine interessante, vollständig erhaltene Festung aus dem 15. Jahrhundert.
Cape Coast und Takoradi: Überall in dieser Region stößt man auf Zeugnisse der Kolonialzeit. Cape Coast, die ehemalige Hauptstadt der »Goldküste«, wird von einer Burg überragt, in der Sklaven vor der Überfahrt nach Amerika gefangengehalten wurden. Heute beherbergt die Burg das West African Historical Museum.
Verkehrsmittel:
FLUGZEUG: Ghana Airways (GH) betreibt Flugverbindungen zwischen Accra, Kumasi und Tamale.
BAHN: Das 1000 km lange Streckennetz verbindet Accra, Takoradi und Kumasi. Züge fahren mindestens täglich, die Wagen sind nicht klimatisiert. Es gibt zwei Klassen.
BUS/PKW: Das Straßennetz umfaßt ca. 38.940 km. Etwa 20% der Straßen sind asphaltiert, diese verbinden vor allem die größeren Städte. Staatliche Fernbusse verbinden alle größeren Städte. Mietwagen mit oder ohne Fahrer können bei Hertz oder Avis sowie bei einheimischen Firmen gemietet werden; die Mietgebühr ist jedoch hoch.
STADTVERKEHR: Accra hat ein ausgedehntes Busnetz, das von der City Transport Authority betrieben wird. Etwa die Hälfte der Linien werden von Privatunternehmen geführt; sie benutzen kleine Busse (Moto-way), ca. 120.000 Minibusse (Tro-Tro) und Busse mit Holzkarosserie (Mammy Wagons).
Unterkunft:
HOTELS: In der Hauptstadt gibt es Hotels drei internationaler Hotelketten. In Kumasi, Takoradi, Cape Coast, Sunyani, Koforidua, Bolgatanga, Tamale, Ho, Akosombo und anderen Provinzhauptstädten gibt es staatliche und private Hotels von internationalem Standard, Pensionen und einfache Unterkünfte. Die Klassifizierung erfolgt nach einem Sternesytem. Außerdem gibt es die staatlichen Catering Rest Houses, einfache Unterkünfte mit Restaurants von unterschiedlicher Qualität. Im Mole-Nationalpark, an der Westküste bei Cape Coast und Elmina sowie in der Umgebung größerer Städte gibt es auch Motels.
CAMPING: Zelten ist in den Nationalparks erlaubt, sollte aber vermieden werden. Aufenthalt in Tierschutzgebieten ist nur in Begleitung eines bewaffneten Führers gestattet.