Landkarte Lesotho klein

LESOTHO (LSO)


Fahne Lesotho

Übersicht:
Mwuso wa Lesotho
Kingdom of Lesotho
Südliches Afrika
Geographische Lage: 28°N - 31°N / 27°O - 29°O
Lesotho wird von Südafrika umschlossen. Das Königreich liegt auf dem höchsten Abschnitt der Drakensberge am Ostrand des südafrikanischen Plateaus. Das gebirgige Land wird von Tälern und Schluchten durchzogen. Im Westen senkt es sich von den Bergausläufern zu sanften Hügeln und einer Ebene entlang der Grenze; hier leben zwei Drittel der Bevölkerung. Die drei großen Flüsse Orange, Caledon und Tugela entspringen in den Bergen Lesothos.
Zeitzone: MEZ + 1h
Fläche: 30.355 qkm
Höchster Punkt: Thabana Ntlenyana 3482 m
Tiefster Punkt: Orange River - Makhaleng River 1400 m
Klima: Die Jahreszeiten sind gegenüber Europa um 6 Monate verschoben, der Winter entspricht demnach dem europäischen Sommer und umgekehrt. Im Hochland starke Temperaturunterschiede zwischen Winter und Sommer, im Flachland das ganze Jahr über sehr heiß. Im Winter (Mai bis Oktober) kann es jedoch selbst in Maseru empfindlich kalt werden; Schneefall bis in die Niederungen.
Flora und Fauna: Die Vegetation beschränkt sich auf Gräser, Bergweiden mit niedrigen Sträuchern und Torfmooren. Zunehmend verbreiten sich Agaven. Antilopen, Hasen und Reptilien sind regionaltypische Tiere.
Hauptstadt: Maseru
Bevölkerung: 1,795.000
Bevölkerungsdichte: 59/qkm
Ethnische Zusammensetzung: Sotho 99%
Religion: Christen 80%, Naturreligionen 20%
Sprache: Amtssprachen sind Sesotho und Englisch.
Politisches System: Parlamentarische Monarchie (im Commonwealth) seit 1993. Verfassung von 1993. Parlament mit 80 Abgeordneten, Senat mit 33 ernannten Mitgliedern. Staatsoberhaupt: König Letsie III., seit 1996. Regierungschef: Bethuel Pakalitha Mosisili, seit 1998. Unabhängig seit 1966 (ehemalige britische Kolonie).
Währung: 1 Loti = 100 Lisente
Durchschn. Kaufkraft/Jahr: 2.500 EUR
Wirtschaft: Lesotho ist eines der ärmsten Länder der Erde. 77% der Bevölkerung ist in der Landwirtschaft beschäftigt. In erster Linie werden Mais, Weizen und andere Getreidearten angebaut - trotzdem muß etwa die Hälfte der Nahrungsmittel aus der Republik Südafrika importiert werden. Das Lesotho Highlands Wasserprojekt, eines der größten seiner Art, dient als wirtschaftliche Einnahmequelle. Das Wasser wird hauptsächlich nach Südafrika exportiert. Dieses Projekt dient gleichzeitig auch der Elektrizitätsgewinnung. Wolle, Mohair, Schuhe, Textilien und andere Fertigwaren sind die wichtigsten Exportgüter. Der Tourismus nimmt an Bedeutung zu, Hauptdevisenquelle sind jedoch die vielen Spielkasinos. 38% des Bruttosozialproduktes werden durch in Südafrika lebende lesothische Bergarbeiter erwirtschaftet, die einen Teil ihrer Löhne nach Hause überweisen. Die wichtigsten Handelspartner sind die Länder der südafrikanischen Zollunion SACU, die Schweiz und die EU-Staaten.
Viehzucht, Getreide, Gemüse.
Diamantengewinnung.
Exportgüter: Wolle, Rinder, Diamanten.
Landwirtschaft: 14%
Industrie: 42%
Dienstleistung: 44%
Lebenserwartung: 51 Jahre
Analphabetenrate Männer: 27%
Analphabetenrate Frauen: 6%
Information: http://www.lesotho.gov.ls/


Das Land
Das in den südlichen Drakensbergen bei 3482 m (Thabana Ntlenyana) hohe Gebirgsland legt sich als nach Südwesten offenes Hufeisen um die vom Oranje tief zerschnittenen Hochflächen. Das Klima zeigt, der Höhenlage entsprechend, relativ tiefe Temperaturen mit großen täglichen und jährlichen Schwankungen; Frost kommt häufig vor. Die Niederschläge fallen im Sommer. In der Vegetation überwiegen natürliche, alpine Grasländer, im Hochgebirge Zwergsträucher und ausgedehnte Torfmoore.

Die Bevölkerung
Die Bevölkerung gehört fast ausschließlich dem weit gehend einheitlichen Staatsvolk der Basuto an. 70% der Einwohner leben im westlichen Tief- und Hügelland; zunehmend werden auch die Täler des Hochlandes besiedelt. Staatssprache ist Sesotho, daneben ist Englisch als Amts-, Handels- und Bildungssprache im Gebrauch. Die Analphabetenrate lag 1995 bei 29%. Unter den Religionen überwiegt das Christentum: 38% bekennen sich zur römisch-katholischen, 25% zu einer protestantischen und 12% zur anglikanischen Kirche. Daneben gibt es eine moslemische Minderheit und Anhänger traditioneller Naturreligionen.

Die Wirtschaft
Die Landwirtschaft beschäftigt 39% der Erwerbstätigen, erwirtschaftet aber nur 10% des Bruttoinlandsprodukts. Überweidung und Beackerung auch stärker geneigter Hänge führten zu der gefürchteten Bodenzerstörung, was inzwischen durch Schutz-maßnahmen wie das Anlegen von Terrassen, kleinen Dämmen, Grasstreifen u. a. weit gehend verhindert wird. Die Agrarbetriebe werden geprägt durch die traditionelle, kommunale Bodennutzung, bei der der Häuptling die Landzuteilung vornimmt. Die Landwirtschaft liefert Mohrenhirse, Mais, Weizen, Gerste, Hafer, Hülsenfrüchte und Kürbisarten. Die beträchtliche Viehhaltung ist ganz auf die weit entfernt liegenden Sommerweiden im Hochgebirge angewiesen. Die Industrie ist noch wenig entwickelt. Sie stellt vor allem Nahrungsmittel, Textilien und Schuhe her. Rund 35% der männlichen Bevölkerung sind als Wanderarbeiter in der Republik Südafrika beschäftigt. Mit Ausnahme einiger Diamantenvorkommen gibt es keine Bodenschätze in Lesotho. Das Lesotho Highlands Water Project, ein riesiges Staudammprojekt, soll die Großregion Johannesburg mit Wasser versorgen. Lesotho selbst erhält den Strom und bekommt dringend nötige Devisen aus dem Geschäft.

Der Verkehr
Maseru ist an das Eisenbahnnetz Südafrikas angeschlossen. Im Westen und Nordwesten führt eine asphaltierte Autostraße durch das Gebirgsvorland. Internationaler Flughafen ist Maseru. Das Hochland ist z. T. nur mit Geländewagen, Pferd, Esel und Maultier zu erreichen.

Die Geschichte
Um 1820 entstand aus Flüchtlingen, die vor der Verfolgung durch den Zulu-König Tschaka im südafrikanischen Bergland Zuflucht suchten, das neue Volk der Basuto. Bis 1870 wurde das Land von seinem ersten König Moshoeshoe I. regiert, der 1868 um britischen Schutz vor den Buren-Republiken bat (britisches Protektorat Basuto-land). 1965 begann Großbritannien, Lesotho auf die Unabhängigkeit vorzubereiten; bei ersten Parlamentswahlen 1965 siegte die konservative Nationalpartei (BNP) unter Häuptling Leabua Jonathan. Am 4. 10. 1966 wurde Lesotho unabhängig. Staats-oberhaupt wurde König Moshoeshoe II. Als sich bei Neuwahlen 1970 ein Sieg der linken Kongresspartei (BCP) abzeichnete, hielt sich Premierminister Jonathan durch Staatsstreich an der Macht. 1986 wurde Jonathan, der den südafrikanischen ANC unterstützt hatte, gestürzt. Die Macht übernahm ein Militärrat unter General Justin Lekhanya, der 1990 König Moshoeshoe absetzte. Neuer König wurde Letsi III., ein Sohn des alten Monarchen. Wachsende Unzufriedenheit innerhalb des Militärs führte 1991 zur Ablösung Lekhanyas. Neuer Machthaber wurde E. P. Ramaema. 1993 endete die siebenjährige Militärherrschaft in Lesotho. Die BCP gewann bei freien Wahlen alle 65 Sitze des Parlaments und stellte mit N. Mokhehle auch den Premier-minister. Auf äußeren Druck hin musste der König die von ihm im August 1994 vorgenommene Entlassung der Regierung und die Auflösung des Parlaments rückgängig machen. Im Januar 1995 kehrte Moshoeshoe ins Amt des Monarchen zurück. Nach seinem Unfalltod 1996 wurde erneut Letsi König. 1997 verließ Mokhehle nach parteiinterner Kritik die BCP und gründete die neue Gruppierung Lesotho Kongress für Demokratie (LCD). Eine Mehrzahl der BCP-Abgeordneten schloss sich ihm an. Nach den Parlamentswahlen 1998, bei denen der LCD unter Führung seines neuen Vorsitzenden B. P. Mosisili, der auch das Amt des Regierungs-chefs übernahm, 78 von 80 Parlamentssitzen gewann, erhob die Opposition den Vorwurf des Wahlbetrugs. Es kam zu blutigen Unruhen. Im September 1998 intervenierten botswanische und südafrikanische Truppen, um die Regierung zu unterstützen. Schließlich einigten sich Regierung u. Oppositon darauf, spätestens im Jahr 2000 Neuwahlen abzuhalten.

Reiseinformation
Die Hauptstadt Maseru hat einige schöne Wahrzeichen, z. B. den historischen Friedhof und den königlichen Palast. Die Residenz des Premierministers ist ebenfalls sehenswert. Von Maseru aus bieten sich verschiedene Tagesausflüge mit Kleinbussen oder Fahrten auf eigene Faust an.
Nicht weit von Maseru entfernt können die Ha-Khotso-Felszeichnungen der Buschmänner bewundert werden. Ganz in der Nähe liegt der Berg Thaba Bosiu, auf dem sich die Basotho heldenhaft gegen die Buren auflehnten. Das Outward Bound Centre von Lesotho liegt in Thaba-Phatsoa, in den Ausläufern der Malutis. Erfahrene Ausbilder unterrichten das Outward-Bound-Konzept, eine Art Überlebenstraining. Es gibt außerdem Kurse im Bergsteigen, Bergwandern, Camping, Kanufahren, Segeln und Reiten. In der Nähe von Bokong befindet sich der Katse-Staudamm.
Pony-Trekking: Das idealste Fortbewegungsmittel durch die Berglandschaft der »afrikanischen Schweiz« ist das Basotho-Pony. Es werden Treks unterschiedlicher Länge angeboten, Reitkenntnisse sind nicht erforderlich. In erster Linie stehen Gruppenausritte auf drei verschiedenen Routen zur Auswahl; zwei davon führen zu den großen Wasserfällen bei Ribaneng, Ketane und Maletsunyane. Nach der Ankunft in Semonkong können Urlauber entweder nach Maseru zurückfliegen oder den Ritt zwei Tage lang fortsetzen und von Ha Ramabanta per Auto nach Maseru zurückkehren. Der Molimo-Nthuse-Roundtrek beginnt an der Molimo-Nthuse-Lodge, die gleichzeitig der Sitz des Basotho Pony Trekking Centre ist. Dieser Trek führt über den Thaba-Putsoa-Paß und endet am zweiten Tag an der Ha-Markabei-Senqunyane-Lodge. Auf dem Rückweg werden Molikaliko sowie die Qiloane-Fälle besichtigt und am fünften Tag wird der Rückweg nach Molimo Nthuse angetreten. In den überwiegend ländlichen Regionen übernachten Besucher in den Stammeshütten der Basotho.
Der Süden Lesothos ist touristisch recht gut erschlossen und ideal für Ausflüge zu den Metlejoeng-Höhlen (2 km südlich von Mohale's Hoek), den Fußabdrücken der Dinosaurier bei Maphutseng und Moyeni, zum Masitise-Höhlenhaus und dem versteinerten Wald am Taaba-Ts'oeu-Berg. Es gibt Hotels in Moyeni und Mohale's Hoek. Das neue Orange River Hotel bietet Pferdeausritte, Kanufahrten, Bergsteigen und Bergwanderungen. Im Südosten liegt eine der schönsten Regionen Lesothos: Ramanbanta, Semonkong (mit den Maletsunyane-Wasserfällen), der Sehlabathebe-Nationalpark und der Mont-aux-Sources-Nationalpark gehören zu den Höhepunkten jeder Lesothoreise.

Verkehrsmittel:
BUS/PKW: Das Straßennetz ist dürftig, und es gibt nur wenige asphaltierte Straßen. Eine geteerte Hauptstraße führt vom Norden bis zu den Städten an der West- und Südgrenze des Landes, die übrigen Straßen sind während der Regenzeit oft unbefahrbar. In den Ebenen verkehren Minibusse. Linksverkehr, Gurtanlegepflicht.

Unterkunft:
HOTELS: In den größeren Städten gibt es Hotels unterschiedlichen Standards. In den abgelegeneren Regionen können Besucher in Berghütten Unterkunft finden. In Maseru, Leribe und Masionokang sind in letzter Zeit neue Hotels gebaut worden, viele Hotels in Maseru entsprechen dem internationalen Standard. Es gibt zwei staatliche Hotels, in Sehlabathele im Osten und in Makones, in der Nähe von Quthing (nur während der Trockenzeit geöffnet). Beide bieten Übernachtungen ohne Verpflegung.
LODGES: Außerhalb der Städte findet man Unterkunft in modernen Camps, in denen man Bungalows mieten kann.


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